Arctic Science Course

Skifahren in Hemavan

Skifahren in Hemavan

Was hat der Norden Schwedens im Winter besonderes zu bieten? Nichts? Nur sehr viel nerviger, aber wunderschöner Schnee. Das haben wir dann an fünf Tagen vor drei Wochen beim IKSU Studentski in Hemavan perfekt genutzt: Toller Neuschnee, viele Partys und ein akzeptables Skigebiet. Dabei gab es auch einen Ski-Test und ich bin an einem Tag etwa 7 verschiedenen Skiern gefahren.

Bei einem Paar Slalom Ski ist es mir da schon sehr schwer Gefallen, mich davon wieder zu Trennen. Die Rossignol Radical SL…

Blick auf das Tal Hemavans

Ein seltener Anblick: Hemavan und etwas Sonne

Ein Gruppenbild

Tine, Ich, Sebastian, Sebastian, Katja, Lars und liegend Liz, Gill hat das Foto gemacht

Dann gibt es hier auch noch die Polarlichter. Für die meisten für euch liegt Umeå  ja fast schon in der Arktis und da ist es verständlich, dass die Universität die Winter Themen auch wissenschaftlich untersucht. Das physikalische Department bietet seit einigen Jahren einen Distanzkurs in Arctic Science, mit einem Einwöchigen Treffen in Kiruna an (nördlichste Stadt Schwedens, 220 km über dem Polarkreis, 18000 Einwohner), bei dem ich die Möglichkeit bekommen habe auch als nicht-Physiker fachfremd teilzunehmen.

Nordlichter auf dem Weg nach Kiruna

Nordlichter auf dem Weg nach Kiruna

Ich bin zusammen mit Gill und Sebastian am Dienstag direkt vom Labor aus 650 km nach Norden, nach Kiruna gefahren und auf dem Weg haben wir schon unsere ersten Nordlichter gesehen! Das hat die Fahrt dann auch etwas verzögert

Am ersten Tag haben wir uns mit 37 anderen, hauptsächlich Physik-Studenten aus ganz Europa im Hörsaal des „Swedish Institute of Space Physics“ getroffen. Die meisten haben nicht einmal alle in Umeå studiert, sondern sind nur für den Kurs nach Kiruna gekommen.

Sonnenuntergang am IRF

Sonnenuntergang nördlich des Polarkreises

Über sechs Tage haben wir viele verschiedene Vorlesungen über die verschiedenen Aspekte der Arktis gehört, wie zum Beispiel die Physik der Nordlichter, Eispartikel, Schnee, Wolken (zum Beispiel so genannte „Mother-of-Pearl-Clouds“) , optische Effekte (wie Sun Dogs oder Halos) und sogar eine medizinische Vorlesung über das Leben im kalten Klima.

Dazu kamen praktische Exkursionen. Zum Beispiel sind wir an meinem Geburtstag bei einem Ausflug nach Abisko, zur Abisko Sky Station gefahren. Mit einem extrem alten Sessellift sind wir auf den Berg hochgefahren, an dem angeblich die besten Nordlichter überhaupt sehen könne.

Leider waren wir nur tagsüber dort, denn die Betreiber wissen, wie sie Geld scheffeln können. Von 20 bis 24 Uhr kostet es für Studenten 595 Kronen (Im Moment etwa 68 €) nur um den Sessellift zu fahren, obwohl man die Nordlichter genauso gut vom Boden aus sehen kann solange man einen freien Blick nach Norden hat. Trotzdem hatte man von oben einen wunderschönen Blick auf den Abisko Nationalpark und Lapporten, zwei Berge, die das Tor der Lappen genannt werden.

Abends habe ich dann einen Kladdkaka, den typischen schwedischen Schokoladenkuchen von Gill gebacken bekommen!

Mein Geburtstagskuchen

Mein Geburtstagskuchen, ein Kladdkaka von Gill

Ich stehe vor Nordlichtern in Kiruna

Nordlichter in Kiruna - Es ist garnicht mal so einfach 15 Sekunden lang still zu stehen

Trotz minimaler Aktivität (kp = 0-1) konnte man an den ersten beiden Abenden grüne Nordlichter sehen (super Geburtstagsgeschenk!). Ich muss jetzt eindeutig die Nordlichterseite aktualisieren, da die ein paar Fehler hat.

Sebastian und Ich beim Schneeschichten analysieren

Schneeschichtenanalyse

Wir haben dann auch noch im Schnee gebuddelt um die Schneeschichten zu analysieren (haha)… Ich werde wahrscheinlich nie wieder den Schnee einfach als nur „Schnee“ sehen können.

Passend zum Thema Schnee haben wir dann noch das Eishotel uns angeschaut. Für mich zum zweiten Mal, da ich es schon gesehen habe als es gebaut wurde. Im November sind Freddi, Burkart, Louise, Dave, Liz, Lisa und ich auf einem Trip ans Nordkap gefahren, das wir leider nur fast erreicht haben (ein Schneesturm hat uns auf den letzten 30 km gestoppt). Trotzdem haben wir den 71. Breitengrad überfahren, was ich schon recht nördlich finde. Dabei haben wir einen Zwischenstopp am noch nicht fertig gestellten Eishotel  gemacht. Es waren nur die billigsten (230 € pro Nacht) Schneezimmer fertiggestellt, die nicht wirklich toll sind. Jetzt aber waren die Designerräume fertig, die alle unterschiedlich aussehen. Ich will nicht wissen wie viel die kosten, sie sind aber echt schön. In der Eisbar habe ich dann typischerweise gleich ein Drink fallen gelassen, der dann nicht weggewischt werden kann, sondern weggekratzt werden musste…

Drinks aus Eisgläsern

Drinks aus Eisgläsern

Der Barkeeper kratzt meinen verschütteten Drink weg...

Mein verschütteter Drink in der Eisbar

Zufälligerweise gab es eine Woche nach dem bekannten Sami Markt in Jokkmokk, zu dem ich nicht konnte, da Ski fahren wichtiger war, einen ähnlichen in Kiruna. Er hat mich sehr an den in Sundsvall erinnert und auch hier wurden komische Dinge verkauft, wie zum Beispiel Frischhaltefolie oder ganze Küchen und ich wollte mir eigentlich einen recht billigen Norwegerpuilli kaufen, jedoch als ich mich dann dazu entschlossen hatte war am Sonntag genau der Stand schon abgebaut… Naja, nächstes Mal!

Am Sonntag waren wir dann noch Schneeschuhwandern am Fuße des Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens (süße 2104 Meter). Es war eiskalt, um die -15 bis -20 °C, jedoch gab es etwa 50 cm Neuschnee, der das Gehen extrem anstrengend machte. So wurde es uns nur kalt, als wir nach etwa zwei Stunden stampfen durch den Schnee eine etwas längere Pause auf einem kleinen Hügel gemacht haben.

-34°C auf dem Heimweg von Kiruna

etwas kalt...

Jetzt geht es, nachdem mich Laura aus England für eine Woche besucht hatte, weiter ans Lernen, denn Freitag habe ich meine Tumor Biologie Klausur… Noch 200 Seiten, es wird eine lange Nacht. Bis zum nächsten Mal, ich hoffe ich lass mir dann dieses Mal nicht so viel Zeit bis es einen neuen Artikel gibt.

Ps.: Im Sommer habe ich vor einen Teil des Kungsledens von Norden nach Süden zu laufen. Wer mitkommen will ist gerne dazu eingeladen. Er startet in Hemavan und hört in Abisko auf. Innerhalb einer Woche habe ich durch Zufall also sowohl den Anfang, als auch das Ende des wohl bekanntesten Wanderwegs Schwedens gesehen:

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3 Antworten zu Arctic Science Course

  1. Tobias Zolles schreibt:

    Ja voll geiler kurs, auch tolle pics. Find ich cool. Bezüglich Kungsleden und co meld ich mich noch, weiß noch nicht was wir genau machen werden. I würd aber gern Sarek gehen und NOrrlandtouren kajaken, mal schauen°!!

  2. Larsi schreibt:

    Hey Felix, viel Glück am Freitag, grüß mir den Weinberg!
    Musste echt lachen, als ich das mit dem Drink im Eishotel gelesen hab 😀
    Beneidenswerte Erfahrungen, die du da oben sammelst

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